Müsli macht grantig.

Müsli macht grantig.

Steht am Vormittag einer vor mir an der Henry-Kasse mit 2 Bechern Müsli, die kaum gefüllt sind. Fängt der doch glatt zum Feilschen an, weil das Müsli pro Becher verrechnet wird, aber in seinen ja fast nichts drin ist. Er scheint eher ein mieselsüchtiger Grantler zu sein, ist aber sehr gepflegt, nicht unfesch und auffällig gut gekleidet. Vielleicht schafft er es deshalb, dass der Kassier (lt. Schild Supervisor) schon nach der ersten Erklärung aufgibt und meint: „Gut, dann zahlen sie halt nur einen.“

Da holt er aus seiner Hosentasche keine Geldbörse, sondern ein dickes, fettes Bündel an Scheinen, außen einige Fünfhunderter, innen Zweihunderter, dazwischen Hunderter und ganz wenig Zehner. Einen davon fieselt er heraus und zahlt damit. Das Wechselgeld fällt ihm runter, eine Münze kullert unter den kleinen Schrank für die Einkaufskörbe.

Er bückt sich, sammelt das Kleingeld ein und muss dabei sogar den Schrank verschieben. Ich helfe ihm ungedankt, aber gerne. Er steckt die paar Münzen eilig ein, ebenso wie das Geldpaket, das dicker ist, als eine Packung Zigaretten und vermutlich mehrere Kisten davon wert.

Dann kam ich mit meinem kleinen Küchlein. Ganz ohne Verhandlungsbedarf. Noch nie hatte ich so einen starken Drang, ein Trinkgeld zu geben. Ich hab ihm nachgegeben.