Teil 8: Freundliche Apple Hotline

Teil 8: Freundliche Apple Hotline

Dank eines neuen Gerätes kann ich die Apple Hotline nutzen, immerhin handelt es sich ja inzwischen um ein iCloud Problem. Eins vorweg, die Damen und Herren am anderen Ende der Leitung waren sehr professionell und extrem freundlich. Und sie haben relativ schnell kapiert, dass es sich in diesem Fall um eine gröbere Sicherheitslücke handelt. Aber der Reihe nach.

Zuerst musste ich natürlich die ganze Geschichte erklären. Im Level 1 war das noch schwieriger und musste wiederholt werden, im zweiten Level ging’s einfacher (Genau umgekehrt, wie von Computerspielen gewohnt.).

Ich hab also fleißig erklärt, worum es ging: „Ich hab ein neues Ersatz-iPhone bekommen, nie meine Apple-ID eingegeben, es noch mit Folie verkauft und trotzdem hat es sich jetzt in meine iCloud eingewählt. Und macht dies trotz Passwortänderung noch immer.“ Eh einfach.

Nun begannen verschiedene Prozedere. Zuerst sollte ich mein Apple-ID Passwort und die E-Mail Adresse der Apple-ID ändern – und mich melden. Ich konnte nur das Passwort ändern, die Apple-ID selbst nicht. Nun bin ich wie erwähnt schon etwas länger Apple-User und hab eine meine Apple-ID noch mit einer .mac-Adresse, also eine recht alte Apple-ID. Ich musste lernen, dass sich .mac Adressen im System gar nicht ändern lassen.

Die Dame von Apple fragt, ob viele Einkäufe mit dem Account verbunden wären – natürlich. Sie riet mir, alles zu sichern. Es könnte sein, dass mein Account völlig gelöscht und neu angelegt werden muss. Minuten später kam das nächste Mail, der Fehler tretet anscheinend öfter auf – sie muss meinen Fall an die Ingenieure weitergeben.

Dazu sollte mein Apple Account in einen „Wartungszustand“ versetzt werden. Damit die Techniker zugreifen können, braucht der Account ein neues Passwort, das allen Beteiligten bekannt ist.

Davor wollte die Dame am Telefon die Antworten auf meine Sicherheitsfragen wissen. Wie bereits erwähnt, hab ich mich ein klein wenig mit Computersicherheit beschäftigt und gelernt, bei den Sicherheitsfragen keine ehrlichen Antworten zu hinterlegen. Denn Dinge wie Name des ersten Haustiers, Spitznamen als Kind und Name des ersten Vorgesetzten sind wirklich leicht herauszufinden. Oft reicht dazu ein bisschen Google und Facebook. Meine Antworten waren wie gesagt komplizierter und mussten buchstabiert werden und – stimmten nicht überein. Offensichtlich so gar nicht. Ups!?

Scheinbar auch was nicht in Ordnung. Also musste ich erstmal identifiziert werden, als ich. Und alle Geräte, die sich noch in meinem Besitz befanden mussten mir zugeordnet werden. Dazu wird von Apple an jedes Gerät ein Identifikationscode geschickt. Leicht gespenstisch, wenn auf allen Screens plötzlich Nachrichten von Apple aufpoppen.

Wenn alles seine Ordnung hat, wird einem ein elendslanger Rechtstext vorgelesen. Damit alles seine Ordnung hat. Und man wird gefragt, ob einem bewusst ist, dass andere Leute auf das Konto zugreifen können. Ha! Wohlgemerkt, wir schreiben Juli 2013. Und der Geschäftspartner ist in diesem Fall der amerikanische IT-Konzern Apple. Das entbehrt nicht einer gewissen Ironie.

Das Telefonat war ein längeres, endete aber mit der Hoffnung, dass die Ingenieure das Problem nun flott lösen würden. Immerhin offizieller Wartungszustand, das hat schon was. Wobei sich später herausstellen sollte, das das Wartung in Wartungszustand eher von Warten kommt.

Warum man bei eben diesem Warten auf dumme Ideen kommt und was das mit NSA-Methoden zu tun hat, verrät Ihnen Teil 9.

 

(Wenn Sie wissen wollen, wie alles angefangen hat, beginnen Sie am besten bei Teil 1…)